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Integrative versus konventionelle Therapie der chronischen Otitis media mit Paukenerguss und Adenoidhypertrophie bei Kindern: Eine prospektive Beobachtungsstudie

Zusammenfassung Hintergrund:

Chronische Otitis media mit serösem Erguss (COME) und adenoide Hypertrophie (AH) sind häufige Erkrankungsbilder im Kindesalter. Die konventionelle Standarttherapie führt nach einer Beobachtungszeit (watchful waiting) in der Regel häufig zu operativen Maßnahmen. In dieser Studie stellen wir einen integrativen, nichtinvasiv orientierten Behandlungsansatz (integrative medicine; IM) für COME, AH und assoziierte Episoden von rezidivierender akuter Otitis media vor und vergleichen dessen Ergebnisse mit der konventionellen Behandlung (conventional medicine; COM).

Methoden: Wir gestalteten eine prospektive, nichtrandomisierte Studie in einer integrativmedizinischen pädiatrischen Praxis und in einer konventionellen pädiatrisch-otolaryngologischen Krankenhaus-Fachambulanz; die Patienten wählten die Therapieform selbst. Von insgesamt 101 Patienten im Alter von 1–8 Jahren wählten 46 Patienten eine integrative, 55 eine konventionelle Therapie. Die Diagnose der COME und AH aller Patienten war durch einen Hals-Nasen-Ohren-Facharzt gestellt. Der Hörverlust war mittel- oder schwergradig. Die COM basierte auf Zuwarten unter Beobachtung, abschwellenden nasalen Maßnahmen und chirurgischen Interventionen. Im Gegensatz dazu wurde die IM als ein personalisierter, komplex-systemischer Ansatz durchgeführt, die nichtinvasive Maßnahmen, nichtallopathische Medikation, Diät und Patientenedukation umfasste.

Ergebnisse: Die Anzahl chirurgischer Interventionen (Adenoidektomie, PET-Insertion, Myringotomie) war signifikant geringer unter IM (IM: n = 1 von 28; COM: n = 15 von 35; p < 0,001). Die Häufigkeit antibiotischer Therapien war in der IM-Gruppe signifikant niedriger (p < 0,001). Die Häufigkeit analgetischer Therapien war in der IM-Gruppe signifikant niedriger (p = 0,029). Während des Beobachtungszeitraums verbesserten sich die tympanometrischen (normale A-Typ-Kurve) sowie die audiometrischen Messungen (intaktes Hörvermögen) in der mit IM behandelten Patientengruppe stärker als die potenzielle Spontanremission.

Schlussfolgerung: In der Behandlung von COME und AH zeigte ein IM-Ansatz im Vergleich zu COM signifikant niedrigere Raten an chirurgischen Interventionen, Antibiotika- und Analgetikaeinsatz. Die IM-Behandlung war wirksam, sicher und wurde gut vertragen.

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